Mit der Datensicherung ist das so eine Sache. Sie wird oft sehr stiefmütterlich behandelt aber wenn mal was kaputt geht ist meist guter Rat teuer. Oft verschwinden Daten aufgrund der Bequemlichkeit der Nutzer für immer.

Besonders Wichtig ist dieses Thema für Firmen. Denn diese müssen laut Gesetz bestimmte Unterlagen 6 oder sogar 10 Jahre aufbewahren. Krankenhäuser sogar bis zu 30 Jahre. Über die Jahre kommt einiges zusammen und die Lagerkapazität ist meist begrenzt. Strebt man darüber hinaus ein papierlosen Büro an müssen digitale Medien zur Aufbewahrung genutzt werden.

Die beste Backup Strategie ist immer jene die auch angewendet wird. Also ist es am besten für sich selbst die praktikabelste Lösung zu finden. Ist die Art des Backup zu aufwändig kommt es eher vor das der Nutzer sich nicht an die Backup Planung hält.

Für eine einfache Datensicherung zuhause reicht es schon wenn man eine Kopie der Daten auf einem Backup Medium erstellt.

„Ich hab ein Raid System im Rechner ich brauche keine Datensicherung“

Solche Aussagen hört man immer wieder. Vielen ist aber nicht ganz klar, dass es sich bei einem Raid System nicht um eine Form von Datensicherung handelt.  Auch ein NAS System mit Datenspiegelung erhöht nur die Datenverfügbarkeit aber ist keine Datensicherung.

Bei einem Brand, bei Überschwemmung oder einem Blitzschlag ist alles weg. Auch physische Zugriffe auf die Systeme können meist nicht ausgeschlossen werden.

Die Putzfrau im Serverraum ist hier das äquivalent zum Elefant im Porzellanladen.

Ein weiteres gängiges „Unglück“ ist zum Beispiel auch der Ausfall einer Hardware Raid Karte im Rechner. Ist diese kaputt funktionieren die Festplatten zwar noch aber um die Daten lesbar zu machen muss eine exakt baugleiche Karte als Ersatz verbaut werden sonst sind die Daten dahin. Bei alten Karten beginnt dann eine unter Umständen langwierige Suche

 

Eine Datensicherung im privaten oder geschäftlichen Bereich lässt sich oft schon mithilfe von CDs, DVDs oder BluRays, auf eine externe Festplatte etc. durchführen.

Welches Medium das geeignete ist liegt vor allem an der Art der Daten, den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln sowie der Zeit die zur Verfügung steht.

Optische Speichermedien (CD-ROMs, DVDs, DVD-RAMs und Blu-ray-Discs) Bei wiederbeschreibbaren optischen Datenträgern wie CD-RW, DVD-RAM und DVD-RW wird die Lesbarkeit der Daten auf bis zu 30 Jahren geschätzt Bei einmalig beschreibbaren CDs und DVDs sind es nur 5-10 Jahre. Blu-Ray-Discs halten bis zu 50 Jahren durch.

Billig mit wenig Platz und bei großen Backups zeitaufwändig.

 

Festplatten: Bei Platten, im Arbeitsrechner verbaut sind liegt die Lebenserwartung bei fünf Jahren. Rein als Backup Medium genutzte Platten funktionieren etwa doppelt so lange.
Schnell, relativ gutes Preis Leistungsverhältnis.
RDX Medien: RDX-Catridges enthalten eine spezielle Festplatte für die Datensicherung. Sie bieten einfache Handhabung und hohe Sicherheit. Die Haltbarkeit liegt bei etwa 5000 Schreib/Lese Zyklen was bei täglicher Nutzung zehn Jahren entsprechen würde.
Sehr sicher aber teuer.
Magnetbänder: Laut den Erfahrungen der Wirtschaft die diese Bänder vorwiegend einsetzt beträgt die Lebensdauer von Bändern bei guter Lagerung  30-50 Jahre
Relativ günstig aber auch recht langsam.
Flash-Speicher (USB-Sticks, Solid State Drives): Hier besteht eine große Abhängigkeit von der Anzahl der Schreib- und Lesezugriffe. Die Hersteller der im Rechner verbaute SSD, geben eine  Haltbarkeitsdauer von mindestens fünf Jahren an. Günstigere Anbieter auch mal nur 3 Jahre. Zur Archivierung können Flash-Speicher also Schätzungsweise zehn Jahre genutzt werden.
Je nach Intensität der Nutzung unter Umständen unsicher, Je nach Datenmenge recht teuer.

Cloud Sicherung: Sicherungsmethode der Zukunft aber die Bandbreiten sind zum Teil noch recht gering und eine Sicherung dauert unter Umständen tagelang. Allerdings werden in der Regeln nur die Veränderungen am Datenbestand in die Cloud übertragen. Ist die erste Sicherung erstellt geht es danach erheblich schneller. Sogenannte Online Festplatten gehört wohl die Zukunft

Wiederkehrende Kosten aber relativ günstig, Je nach Internetanbindung langsam.

Alternativ zur der selbst erstellten Datensicherung gibt es am Markt diverse Firmen, wie z.B. Iron Mountain, die die Datensicherung als Dienstleistung übernehmen können. Hier hat sich eine komplette Branche gebildet.

Der Service geht sogar soweit das sich der Anbieter um die digitalisierung der Geschäftsunterlagen kümmern.

 

Ein Beispiel aus der Praxis:

Eine Produktionsfirma oder auch ein professioneller Fotograf  kann sein Bildmaterial oft nicht erneut aufnehmen daher wird großen Wert auf Datensicherungen gelegt.

Meist werden Video Projekte von verschiedenen Cuttern etc. bearbeitet. Jeder Arbeitsplatz hat eine externe Festplatte auf denen die bestehenden Projekte täglich gesichert werden.

Dadurch ist sichergestellt das höchstens ein Tag Arbeit verloren geht.

Die Festplatten mit den aktuellen Projekten werden auf einen Server gespiegelt. Die Backup-Server-Festplatten mit dem aktuellen Projekt werden wöchentlich getauscht und an unterschiedlichen Orten aufbewahrt.

Sind Projekte abgeschlossen wandern die Daten auf den Hauptserver welcher die Daten mit einen zweiten Server in einem weit entfernten Rechenzentrum spiegelt.

Dieses durchdachte Vorgehen erhöht sowohl die Datensicherheit als auch die Datenverfügbarkeit und zeigt welcher Aufwand teilweise betrieben werden muss wenn man unbedingt auf sichere Daten angewiesen ist.