Eroberungsstrategie im Stil von Risiko mit Suchtfaktor

Casual Games ist das Schlagwort der Videospielindustrie seit einigen Jahren. Die Brache hat die zugegeben riesige Masse der sogenannten Gelegenheitsspieler für sich entdeckt und neue Spiele müssen dieser Zielgruppe auch Rechnung tragen. Die Brücke zu schlagen zwischen echten Zockern und den „von Zeit zu Zeit Spielern“ ist nicht einfach und erfordert viel Fingerspitzengefühl von Seiten der Entwickler. Umso mehr freut es mich wenn Spiele wie Planets under Attack von Targem Games es schaffen mich alten Hasen an den Bildschirm zu fesseln.

Überraschung gleich zu Beginn: Publisher Topware Interactive hatte mir die Retailversion von Planets under Attack zum testen geschickt und ich war schon beim Auspacken über die Präsentation der Verpackung und des kleinen Handbüchleins überrascht. Selbst bei Blockbustergames für 50€ und mehr heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr.

Kommen wir zum eigentlichen Teil meiner Review nämlich zum Spiel.
Anhand einer Sternenkarte navigieren wir durch die verschiedenen Missionen beginnend mit den Trainingsmissionen die uns das Spiel beibringen sollen. Uns stehen zwei spielbare Rassen zur Verfügung die sich beide komplett unterschiedlich spielen obwohl es nur kleine Unterschiede in der Handhabung und Steuerung gibt. Alle Missionen können in drei Schwierigkeitsgraden gespielt werden. Um alle im Spiel enthaltenen Zusatzmissionen freizuschalten ist es nötig sogenannte Sterntrophäen zu erspielen die dann zum Freischalten der Zusatzmissionen verwendet werden können. Dazu müssen manche Missionen mehrmals in verschiedenen Schwierigkeitsgraden durchgespielt werden.

Die Comicgrafik hat leichte Steam-Punk Einschläge und wirkt durch die Bank stimmig. Die Tutorials und Zwischensequenzen sind zwar nicht wirklich animiert aber sind liebevoll und stimmig vertont was ein echter Pluspunkt ist. Es gibt eine Storyline die aber auch sehr einfach gehalten ist was mich bei so einem Spiel nicht weiter stört denn es will ja auch kein Starcraft oder Command and Conquer sein.

Das Spiel selbst ist sehr einfach und intuitiv zu bedienen. Wer das Brettspiel Risiko kennt wird mit dem Spielprinzip gleich zurecht kommen. Wir erobern Planeten und können diese in 3 Stufen ausbauen. Es gibt verschiedene Planetentypen. Zu Beginn des Spiels sind die Planeten fest einem bestimmten Typ zugeordnet später können wir die eroberten Planeten „umbauen“ . Beide Rassen verfügen über drei Planetenarten: Den Siedlungsplaneten auf denen Schiffe (Bevölkerung) gebaut werden, Festungsplaneten die vorbeifliegende Schiffe beschießen und Bank-/Energieplaneten die besonders Effizient die jeweilige rassenabhängige Währung Geld oder Energie produzieren.

Durch die Anordnung der Planeten im Raum sowie verschiedene im Weltraum schwebende Hindernisse wie z.B. Asteroidenfelder sowie unterschiedliche Missionsziele wird trotz des einfachen Spielprinzips taktisches Vorgehen belohnt oder ist zwingend nötig. Die alte Taktik sich einzuigeln, Einheiten zu produzieren und den Gegner zu überrennen klappt hier nicht man wird ständig zum Handeln gezwungen. Im späteren Spielverlauf bewegen sich viele Planeten zudem noch auf Umlaufbahnen und so kann ein Planet im Hinterland auch plötzlich an der Front liegen. Die Gegner KI funktioniert sehr gut und weiß sehr genau wo es weh tut.

Der Schwierigkeitsgrad steigert sich am Anfang nur leicht dann aber rasant. Man wird selbst im einfachen Schwierigkeitsgrad angenehm gefordert aber eigentlich nicht frustriert selbst wenn mal eine Mission verloren geht. Die Spielzeit der Missionen ist dafür einfach zu kurz ausgelegt. Mit steigendem Rang und Spielfortschritt schaltet man zudem Technologien frei von denen man bis zu drei vor einer Mission auswählen kann. Diese Technologien machen z.B. die eigenen Schiffe schneller oder die Waffen leistungsfähiger haben aber auch Nachteile

 

Besonderes Augenmerk wurde zudem auf den Multiplayermodus gelegt. Man kommt sowohl über Lan als auch übers Internet in den Genuss von Matches gegen menschliche Gegner. Hier ist eine weitere Stärke des Spiels zu sehen. Online macht Planets under Attack einfach nur Spass und kann ungemein hektisch werdend was die Stimmung enorm erhöht.

Abschließend kann man sagen Planet under Attack ist ein gelungenes sympatisches Spiel das vor allem Gelegenheitsspielern gefallen soll aber auch Gamern Spass bereitet. Den großen taktischen Tiefgang hat es natürlich nicht aber das ist zu verschmerzen. Mit 20 Euro ist das Spiel auch ziemlich preiswert. Vergleicht man es aber mit manchen Indy-Spielen für ein paar Euro ist es zwar seinen Preis wert aber eben nicht günstig.

Titel: Planets under Attack
Genre: Strategie
Plattform: PC / Xbox 360 Live / PlayStation 3 Network
Entwickler/Publisher: Targem Games / TopWare Interactive
Altersempfehlung: USK 6
Website: http://www.planetsunderattack.com

 

 

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